Ordo Fratrum Minorum Capuccinorum

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updated 1:06 PM UTC, Oct 16, 2021

Internationaler Ausbildungsrat

Der Internationale Ausbildungsrat unter der Leitung von Br. Charles Alphonse und Br. Jaime Rey Escapa, Sekretär bzw. Vizesekretär des Generalsekretariats für Ausbildung, hat sich online getroffen, auf der Plattform Zoom, von Montag, dem 14. bis Freitag, den 18. Juni. Thema der Woche war der Übergang von der Ratio formationis generalis, dem Dokument über die Ausbildung im Orden, das schon erschienen und dessen Übersetzung in verschiedene Sprachen fast getätigt ist, zur Ratio formationis localis, das heißt seine Umsetzung in kleinere Realitäten auf der Ebene einer Konferenz oder noch kleiner, einer Provinz oder sonst eines Ordensgebietes.

Jeder Tag hatte den gleichen Ablauf: Nach einem Eröffnungsgebet war ein kurzer Vortrag von Seiten eines Experten; dann folgte das Zeugnis eines Mitbruders, der auf dem Gebiet der Ausbildung arbeitet; danach ging man in Gruppen je Kontinent, um sich über das Gesagte auszutauschen; schließlich kehrte man wieder in die Versammlung zurück, um über das Besprochene zu berichten; am Ende stand wiederum ein Schlussgebet.

Der Willkommensgruß am Montag wurde vom Generalminister, Br. Roberto Genuin, gesprochen; er unterstrich einige Aspekte, die in Erwägung zu ziehen sind, vor allem jenen des brüderlichen Lebens, der auf der Ausbildungsebene Mühe hat gelebt und den zu uns kommenden Jugendlichen weitergegeben zu werden. Dann dankte er den Mitgliedern des Rates für ihre kostbare Arbeit, die sie verrichten, und erinnerte alle daran, dass noch ein weiter gemeinsamer Weg vor uns liegt. Der erste Vortrag wurde von Beppe Roggia, Salesianer, gehalten über “Sinn und Notwendigkeit der RF localis”: Er sprach vor allem über die Interkulturalität, das heißt jene Dynamik, die nicht nur den Reichtum der Kulturen zu sehen erlaubt, sondern auch einen kräftigen Austausch unter ihnen in Gang bringt, indem sie so wahre brüderliche Beziehungen knüpft. Roggia behauptete, dass dies schon ein unverzichtbares Element für die Ausbildung zum Gott geweihten Leben heute sei.

Am Dienstag war der Diözesanpriester und Dozent Méthode Gahungu an der Reihe mit dem Thema: “Die Herausforderung, das Ausbildungsprojekt zu inkulturieren”. Ein Projekt, das wirklich ausbilden will, muss dem Referenten zufolge notwendig von der Analyse der Lebenslage und der Sendung (missio) der auszubildenden Person ausgehen, denn sonst droht es ein Nebeneinander von idealistischen Verordnungen zu sein, welche die Person nicht wirklich angehen. Die Inhalte der Ausbildung und die Methoden sind mittels eines wirkungsvollen Dialogs mit dem Territorium zu erarbeiten, indem man von Jesus ausgeht, der ein außergewöhnliches Beispiel dafür war, wie man eine Planungsmentalität haben soll, die bereit ist, die Ausbildung in den Kulturen zu verwurzeln.

Am Mittwoch trat der ex-Generalminister, Br. John Corriveau, auf den Plan. Er sprach über “Das Kapuzinercharisma in den verschiedenen Kulturen”. Ausgehend von seiner langen Erfahrung als Minister, zeigte er auf, wie wir Kapuziner von Anfang an als “Brüder des Volkes” wahrgenommen wurden, was auch heute noch in verschiedenen Teilen der Welt der Fall ist, vor allem dank zweier Merkmale: das brüderliche Leben als Mittelpunkt und das Leben unter den Armen.

Am Donnerstag wurden die Überlegungen weitergeführt von Br. John Peter, einem indischen Mitbruder und Magister der Studenten in Frankreich. Unter dem Thema “Die Kapuzinerwerte in den lokalen Kulturen und Weisheiten inkulturieren”, unterstrich er die entscheidende Bedeutung der verschiedenen Kulturen im Prozess der Inkulturation; in jeder von ihnen gäbe es immer einige Elemente, die beizubehalten und zu bewahren sind; dank ihrer kann man behaupten, dass auch das kleinste und scheinbar unbedeutende Element etwas zu sagen und dem Kapuzinercharisma zu geben hat.

Am Freitag gab zuerst Br. Jesús García, Kapuziner der Kustodie in Ecuador, einen interessanten Einblick in den “Schutz der Minderjährigen und schutzbefohlenen Erwachsenen”. Dann hörte der Ausbildungsrat eine kurze Zusammenfassung der Woche von Mauro Jöhri, dem vorhergehenden Generalminister. Er wiederholte bewusst einige Provokationen, die während der Woche geäußert worden waren. Besonders unterstrich Br. Mauro die Zentralität der Ausbildungsgemeinschaft, denn sie ist es, die formt und zeigt, was es heißt, als Brüder zu leben; nach seiner Erfahrung sei der Inhalt der Ratio formationis noch wenig bekannt, folglich gäbe es noch viel zu tun in diesem Sinn; er hob das Risiko ans Licht, das wir eingehen, wenn wir unser Ordensleben als fuga mundi verstehen, während wir doch gerufen seien, inmitten der Leute zu stehen, das Gute am Ort zu schätzen, aber auch das zu verwerfen, was dem Evangelium widerspricht; schließlich tat er kund, wie man in diesen Tagen sich zu sehr auf die Inhalte konzentriert hat und wenig auf die zu befolgende Methode achtete, um die Ratio generalis in eine Ratio localis zu übersetzen.

Das Treffen schloss mit einem Gruß von Br. Roberto Genuin, in dem er die Räte im Ausbildungsrat aufforderte, möglichst viele Brüder in diesen Übergang einzubeziehen, das Ausbildungspapier in die Provinz zu übersetzen und mit Vertrauen voranzugehen.

Letzte Änderung am Montag, 05 Juli 2021 05:59
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