Ordo Fratrum Minorum Capuccinorum

Log in
updated 11:45 PM UTC, Jan 17, 2022

Die Panamerikanische Begegnung der Kapuziner ist ein Kairós

Die Kapuziner aller Ordensbezirke der beiden Amerika hatten im Oktober 2020 in Panama ihr PANAMERIKANISCHES TREFFEN. Der Vorsatz war, die Flamme des Charismas auf dem ganzen Kontinent wieder zu beleben. Die Brüder bereiteten sich im Gebet vor und mit Materialien für drei Hauskapitel, um über die Geschichte zu sprechen, die gegenwärtigen Standorte und die neuen Träume über unsere Mission, die Ausbildung, die Strukturen und die Zusammenarbeit.

Ein großer Teil der Fraternitäten hat die Hauskapitel durchgeführt und ihre Zusammenfassung geschickt. Es war das erste Mal, dass Provinzialminister und Delegierte des ganzen Kontinents sich zusammengesetzt haben; dabei waren sprachliche, kulturelle und sozio-ökonomische Barrieren zu überwinden. Man hörte die örtlichen Gemeinschaften an und brachte Ideen vor für eine Kapuzinerreform in der “Neuen Welt ”.

Wegen der Pandemie musste das Treffen leider auf Mai 2021 verschoben werden. Auch der Ort musste auf Sao Paulo verlegt und das Programm angepasst werden. Um die Brüder bei der Stange zu halten, hat die Vorbereitungskommission ein neues Hauskapitel vorbereitet wie auch eine Liturgie zu Ehren der Jungfrau von Guadalupe für alle Fraternitäten. Von neuem haben sie sich versammelt und neue Überlegungen hervorgebracht. Doch die grausame Pandemie hat uns verpflichtet, das Treffen von neuem abzusagen. Was tun? Wir hatten schon die Zusammenfassung von allen Kapiteln, das Programm, die Vorträge… Es bestand die Gefahr, den Enthusiasmus zu verlieren.

Also beschloss man, das Treffen online durchzuführen zum abgemachten Zeitpunkt, aber mit einem neuen Programm, das im Präsenz-Treffen gipfeln wird im Mai 2022. Das bedeutet, dass das Treffen ein ganzes Jahr dauert. Es wurden offizielle online-Treffen programmiert für alle Oberen und Delegierten: ein Treffen der Eröffnung (3. Mai), eines über Mission (7. Juni), eines über Ausbildung (13. September), eines über die Strukturen (8. November) und eines über Zusammenarbeit (7. März 2022). Drei von diesen Treffen wurden schon mit großer Beteiligung realisiert. In jedes on-line-Treffen führt ein Bruder als Experte ein (Helmut Rakowski zur Mission; Jaime Rey zur Ausbildung; John Corriveau zu den Strukturen; Mauro Jöhri zur Zusammenarbeit) und beleuchtet das Thema im Licht der Ergebnisse aus den Hauskapiteln, dann folgt ein Austausch in Sprachgruppen und schließlich die Schlussfolgerung im Plenum. Außerdem steht viel Audio- und Video-Material über unsere Präsenzen in den beiden Amerika zur Verfügung.

Parallel zu diesen offiziellen Treffen der Oberen und Delegierten finden in den anderen Monaten spezielle Panamerikanische Treffen statt, auch diese on-line, offen für alle amerikanischen Brüder aus verschiedenen Sektoren. So hatten wir im April die Brüder, die sich im Bereich Gerechtigkeit, Friede und Ökologie engagieren, im Juli jene in der Ausbildung, im August die Ausbilder, im Oktober jene Brüder, die in der Pastoral arbeiten, und der Dezember wird jene jungen Brüder am Bildschirm vereinen, die nach 2010 ihre ewige Profess abgelegt haben. Was uns angenehm überrascht, ist die Teilnahme an diesen virtuellen Begegnungen. Diese Dynamik hat einen einzigartigen Enthusiasmus in ganz Amerika hervorgebracht. Jedes Treffen hat seine eigene Dynamik mit einer oder zwei Sitzungen, vielleicht mit einer speziellen Einführung, doch ist es besonders die Art und Weise, wie die Brüder selber zu Wort kommen, sei es in Gruppen bei derselben Sitzung oder auf Fragebögen hin, oder in Arbeiten auf der Ebene von Ordensbezirken und dann von Konferenzen, um schließlich das Ergebnis bei der zweiten Sitzung ein oder zwei Wochen später zu präsentieren.

Wir erleben einen wahren Kairós, und wir wollen keinen Brosamen von dem verlieren, was der Geist uns durch die Experten und die Oberen schenkt, aber auch durch jeden und alle Brüder, die sich einbringen. In der Tat ist das eine der neuen Herausforderungen, welche die organisierende Kommission vor sich hat: den aufkommenden neuen Intuitionen Folge zu leisten. Jemand hat schon gesagt: die Pandemie gab uns die Gelegenheit, das ursprüngliche Projekt um vieles anzureichern.

Beten wir zu Gott, auf diesem Weg voranschreiten zu können, auf dass Er das Werk zur Vollendung bringe, das er begonnen hat. Pace e bene.

Letzte Änderung am Freitag, 12 November 2021 01:25